Die neue Version SEPA 3.0

 

 

 

Neue Version SEPA 3.0:

Die neue SEPA Version 3.0 enthält viele wichtige und interessante Änderungen. Die deutsche Kreditwirtschaft hat vereinbart, dass grundsätzlich die aktuelle und die Vorgängerversion angenommen werden sollen. Inwieweit ältere Formate akzeptiert werden, ist von der jeweiligen Bank abhängig. Dies bedeutet, dass möglicherweise Umstellungen innerhalb der WinLine notwendig sind um Überweisungen und Lastschriften weiterhin fehlerfrei durchführen zu können.

 

Die Neuerungen von SEPA 3.0 im Überblick:

  1. neue pain-Formate für Lastschriften und Überweisungen

  2. COR1 Lastschriften entfallen

  3. CORE übernimmt die Funktionen von COR1:
    Die Vorlauffrist für Lastschriften wird auf nur einen Tag verkürzt

  4. Leerzeichen in der Mandatsreferenz zulässig

  5. Verwendung von Schrägstrichen „/“ in SEPA-Mandaten eingeschränkt

  6. spezielle Kennzeichnung von Erstlastschriften nur noch optional

 

Das SEPA-Verfahren hat folgende Vorteile: 

  1. einheitliche Regeln für alle Länder im SEPA-Zahlungsraum

  2. länderübergreifende Verwendung der IBAN

  3. Zahlungen zwischen den Ländern des SEPA-Zahlungsraums werden erleichtert

  4. keine Zeitverzögerung mehr bei Lastschriften

  5. Vorschrift zum einheitlichen Dateiformat (XML)

  6. reduzierter Datenverlust bei der Umwandlung durch das Dateiformat (XML)

  7. gemeinsamer Rechtsrahmen für bargeldlose Zahlungen im Euro-Zahlungsraum

 

Neue pain-Formate:

In den Mandanten-Banken stehen neue pain-Formate zur Verfügung. Pain steht hierbei für „Payment Initiation“ und legt das Format für die Kunde-Bank-Beziehung fest. Für Überweisungen in Deutschland und Österreich gilt pain.001.001.03. Die Lastschriften in Deutschland und Österreich erfolgen über pain.008.001.02. Diese beiden pain-Formate gelten seit dem 20. November 2016.

 

Neue Vorlaufzeiten für SEPA-Lastschriften: 

Mit COR1 wurden bisher Lastschriften mit einer Vorlaufzeit von einem Tag eingereicht. Mit
CORE wurden bisher Lastschriften mit einer Vorlaufzeit von zwei bzw. fünf Tagen eingereicht. Durch die Auswahl des neuen pain-Formates für Lastschriften werden COR1-Lastschriften zu CORE-Lastschriften. Das heißt, die Einreichfrist für CORE-Lastschriften verkürzt sich im gesamten SEPA-Raum auf nur noch einen Tag. Seit dem 20. November 2016 steht die COR1-Lastschrift nicht mehr zur Verfügung, vorausgesetzt die Banken haben bereits zu diesem Zeitpunkt auf die neue SEPA Version 3.0 umgestellt.

 

Neuheiten bei der Darstellung der Mandatsreferenz:

Grundsätzlich ist es seit dem 20. November 2016 zulässig, in der Mandatsreferenz der SEPA-Mandate Leerzeichen zu verwenden. Die Deutsche Kreditwirtschaft empfiehlt auf die Verwendung von Leerzeichen zu verzichten, um Unstimmigkeiten und Missverständnisse zu vermeiden. Die Verwendung von Schrägstrichen wird eingeschränkt. Das heißt die Mandatsreferenzen dürfen nicht mehr mit einem Schrägstrich „/“ beginnen oder enden. Außerdem ist die Verwendung von zwei Schrägstrichen „//“ in diesem Feld nicht zulässig. Bitte prüfen Sie die SEPA Mandate auf diese Einschränkung.

 

Initiierung des ersten Lastschriftverfahrens geändert:

Die Initiierung des ersten Lastschriftverfahrens erfolgte bisher über den Sequenztyp „Erstlastschrift bei Mehrfach-Lastschrift (FRST)“. Bei Folgelastschriften wurde der Sequenztyp (RCUR) verwendet. Der Sequenztyp (FRST) wird in der neuen Version von der Pflicht zur Option. Zahlungsempfänger brauchen bei Initiierung eines ersten Lastschriftverfahrens den Sequenztyp (FRST) nicht mehr zu verwenden, sondern können direkt den Sequenztyp (RCUR) benutzen. Der Lastschrifttyp „Folgelastschrift bei Mehrfach-Lastschrift (RCUR)“ wurde nun in „Mehrfach-Lastschrift (RCUR)“ unbenannt. Damit wird es zukünftig keine Unterscheidung von Erst- und Folgelastschrift mehr geben.

 

Unser Tipp:

Bei der Umsetzung von SEPA 3.0 gehen Banken erfahrungsgemäß nicht einheitlich vor. Sollte nicht bereits eine automatische Information von der Bank erfolgt sein, empfiehlt es sich, sich rechtzeitig mit der Bank in Verbindung zu setzen, um das genaue Datum für die Umstellung auf die neue SEPA 3.0 Version zu erfragen.